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Erwartungen

5. Juni 2010

Mo war also sauer auf mich, und ich war sauer auf die Geschichten, die sie über mich erzählt hat. Aber meine Begleitung an diesem Abend war sehr nett und der Abend doppelt unvergesslich.

Einmal die bildhübsche, mädchenhafte Frau, mit der ich im Bistro ankam und das Bistro auch verließ, um sie dann vor dem Fenster lange und zärtlich und von innen gut sichtbar zu küssen.

Die Sache hatte allerdings einen Haken. 5 Monate zuvor hatte sie sich von ihrem Mann getrennt. War mit Tochter und Meerschweinchen ausgezogen, hatte sich aus dem Geld, dass mal für das Geschenk zu seinem 40. im Herbst gedacht war, in die Wohnungseinrichtung investiert. War sicher eine bessere Anlage als eine Kreuzfahrt.

Es war Freitag und am Montag flog sie mit ihren Freundinnen nach Kreta, in einen der teureren Ferienclubs. Vorher sahen wir uns noch einmal, am Sonntag zum Brunch. Danach erstmal nicht mehr.

Am Abend im Bistro gestand sie mir nach einigne Rotwein, dass sie nie gedacht hätte, dass irgendein Mann sich noch für sie interessiert. Kein Job, Kind, über 35. Dabei war sie perfekt, optisch wie menschlich. Nach unserem ersten Telefonat dachte ich nur “Wow”.

Im Urlaub, den zwei Wochen, lernte sie schnell eines: Es gab durchaus einige Singlemänner, die sich für sie interessieren, und noch mehr ihr Typ sind als ich es war.

Wir sahen uns erst rund 3 Monate später wieder, auf einer dieser After-Irgendwas-Parties. Was ich auch noch erzählen werde.

Aber damals vermisste ich sie ungeheuer. Es tat nach den paar Tagen weh. Ich wusste, wie sie klang, wie sie roch, wie sie schmeckte. Diesmal heulte ich mich bei Mark aus.

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