Doch, ich lebe noch!

28. September 2008 at 03:14 (Heute) (, , , , , , , )

Es ist viel passiert. Ein kurzer Krankenhausaufenthalt, ein Arbeitsurlaub in Frankreich, eine depressive Urlaubswoche auf dem Segelboot mit zu wenig Essen und zu viel Alkohol.

Status quo heute:

Zwei Freunde treffen sich an einem Sonntagabend im Sportstudio.

„Warst Du gestern auf der Party, auf die Du gehen wolltest?“

„Ja, bis um 3 Uhr früh war ich da.“

„Und? Wie war es?“

„Es war toll. Die Frau, mit der ich alt werden möchte, war mit einem andere Mann dort. Die Frau, mit der ich dort war, wurde von ihrem Exmann nicht in Ruhe gelassen. Eine Frau, die ich auf der Feier kennen lernen wollte, ist nach Bayern gefahren. Eine Frau, mit der ich im Streit auseinandergegagen bin, kam später mit ihrer Clique dazu.“

„Meinst Du nicht, ich sollte den Arzt rufen? Was Du erzählst ist doch negativ!“

„Das ist eine Frage der Sichtweise.

Ich kann im Moment keine feste Beziehung eingehen, das würde mich krank machen. Die Frau, mit der ich alt werden möchte, ist in einer ähnlichen Situation. Wir müssen erstmal uns selbst finden und dann schauen, ob wir dann einander noch finden können. Wenn ja, ist es schön, wenn nein, tut es keinem weh.

Also darf sie mit Männern rummachen, so wie ich mit Frauen rummache.

Die Frau, mit der ich auf der Feier war, wollte ihrem Ex meine Existenz vorführen. Wir sind gute und enge Freunde, nicht mehr und nicht weniger, aber wenn er spürt, dass da auch andere Männer sind und die Beziehung zwischen den beiden real und unwiederbringlich beendet ist, dann hilft ihr das.

Auch, wenn er durch seine Szene kurz vor einem Rausschmiss durch den Veranstalter war.

Die Frau, die ich dort kennen lernen wollte, musste zu einem kranken Familienmitglied fahren. Das hat natürlich absoluten Vorrang vor allem andern. Ich grolle ihr nicht, bis darauf, dass es so schnell ging, dass wir unsere Handynummern nicht austauschen könnten. Ich hoffe, sie hört ihren Anrufbeantworter ab, dann erfährt sie meine Nummer.

Und die Frau, mit der ich im Streit auseinandergegangen war, sah einmal, dass ich auch mit ihr getanzt hätte, was sie nie geglaubt hatte, und, dass ich ohne Groll bin und meinen Spaß habe.

Das ist der erste Schritt, sich soweit zu versöhnen, dass man sich über den Weg laufen kann, ohne, dass Leuten Gläser mit Bier ins Gesicht geschütet werden.“

Danke, Robert.

1 Kommentar

  1. SL sagte,

    Das ist ein verheißungvoller Ausblick!
    Im Augenblick würde bei mir ein ganze Theke voller Gläser noch sinnvolle Verwendung finden…

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